Tipp 1: Ein starkes Fundament braucht Zeit

Wer auf lange Sicht Erfolg haben möchte, muss die Grundlagen meistern. Der Lernprozess folgt dabei immer demselben Muster: Isolation → Integration → Improvisation. Ein Überspringen oder Auslassen dieser Schritte, wird dazu führen, dass unsere Entwicklung stagniert. Das Resultat: ein Gefängnis inmitten des Durchschnitts. Für Manche mag das reichen. Für Kraftsportler und Bodybuilder, wird eine solche Limitierung jedoch schnell zur Qual. Immerhin entsteht unsere Leidenschaft dadurch, dass wir uns beständig verbessern wollen. Das wird aber nur gelingen, wenn wir unsere Hausaufgaben machen und erkennen, wie Lernprozesse funktionieren.


Wollen wir Außergewöhnliches erreichen, müssen wir zwei Dinge meiden: Ungeduld und ein Mangel an Objektivität. Beides wird dazu führen, dass unser Wachstumspotenzial bereits nach kurzer Zeit die Koffer packt. Die Natur macht keine Sprünge. Für uns bedeutet das, dass unsere Entwicklung Zeit braucht. Eltern verstehen dieses Prinzip auf Anhieb, wenn ihr Sprössling die ersten Gehversuche macht. Der Übergang vom Krabbeln zum Gehen mag wacklig sein, doch mit ausreichend Beharrlichkeit, lässt sich auch dieses Unterfangen meistern. Mit der Zeit, wird die Bewegungen reicher und gewinnt an Komplexität. Mit unserem Training verhält es sich nicht anders. Am Anfang steht die Technik. Sobald die sitzt, kann es mit dem Aufbau losgehen. Kraft sollte hierbei zunächst im Vordergrund stehen.


Zum Glück gibt es Krafttraining nicht erst seit gestern. Das eröffnet uns die Möglichkeit, aus dem Erfahrungsschatz all derer zu schöpfen, die diesen Sport geprägt haben. Im Laufe der Zeit, haben sich einige Übungen als besonders wirksam herausgestellt. Sogenannten Mehrgelenksübungen wie Kniebeuge, Kreuzheben, Bankdrücken und Klimmzüge sind gut dafür geeignet, Kraft und Muskulatur aufzubauen. Da es sich um Freihantel-Übungen handelt, fordern sie zudem ein hohes Maß an Koordination. Generell gilt: je mehr Muskulatur während einer Übung beansprucht wird, desto stärker die Anpassung. Wer das verstanden hat, dem wird bewusst, warum Isolationsübungen erst einmal eine untergeordnete Rolle spielen. Das soll nicht bedeuten, dass sie per se schlecht sind. Als Verletzungs-Prävention oder zum ausmerzen von Schwachstellen, können Isos von unschätzbaren Wert sein. Doch wer groß und stark werden will, muss sich Belastungen aussetzen, die eben solches bewirken.


Ich könnte jetzt einzelne Übungen aufführen und ihr Für und Wider argumentieren. Doch wenn wir ehrlich sind, wissen wir, dass das Internet bezüglich solcher Themen überquillt. Derjenige, der sein Training liebt, wird nicht vor ein bisschen Recherche zurückschrecken. Ich halte es für wichtiger, den Blick nach innen zu wenden und kritisch zu hinterfragen, wie es mit dem eigenen Fundament aussieht. Ist es stabil? Gibt es Stellen an den nachgebessert werden sollte? Besteht ein Ungleichgewicht, dass mich davon abhält, mein Training auf die nächste Stufe zu bringen? All diese Fragen sollten im Licht der Realität betrachtet werden. Denn auch wenn die Wahrheit manchmal wehtut, ist sie die beste Medizin zur Einsicht.


Wie sieht es denn bei Dir aus? Hast Du die Grundlagen gemeistert? Oder befindest Du dich noch ganz am Anfang? Teile Deine Erfahrung mit der Community und lass mich wissen, wie Dir der Artikel gefallen hat.

Kommentare 4

  • Grundlagen habe ich denke schon ganz gut drauf - aber besser geht natürlich immer. Danke für den tollen Artikel. :)

  • Toller Artikel, auch wenn das viele Anfänger nicht wahrhaben wollen und sich damit nur selbst im Weg stehen.

  • Sehr guter Artikel :)


    Den müsste man eigentlich ausdrucken und in jedem Studio in Deutschland jedem Neumitglied als erste Lektüre in die Hand drücken..

  • Das schmerzhafte an dem Artikel ist, es ist die Wahrheit. :)