Meditation - die Hantel für den Geist

Ein starker - ästhetischer Körper ist ein sichtbares Aushängeschild dafür, dass man sich selbst wertschätzt. Nicht selten erregt ein solcher Körper den Neid und die Sehnsucht im Herzen des Betrachtenden. Der Grund hierfür ist, dass die Person unterschwellig spürt wie viel Arbeit und Disziplin in jeder einzelnen Muskelfaser steckt. All die unzähligen Stunden der Mühe und Disziplin, spiegeln sich nun im eigenen Körper wieder. Unser Aussehen ist ein ausdrucksstarkes Statement dafür, wie sehr wir uns wertschätzen und pflegen. Im Falle eines körperbewussten Menschen, ist es von enormer Bedeutung auf ein ausgewogenes Verhältnis seiner Muskulatur zu achten. Kippt die Symmetrie überproportional, so mindert das auch die Ästhetik. Bei der Symmetrie handelt es sich um ein fundamentales Prinzip der Natur – der Balance.
Damit die Balance für Stabilität sorgen kann, muss sie zuerst starke Kontraste schaffen. Wie bei einer Waage, muss auch die Natur zwei Pole für ein ausgewogenes Verhältnis hervorbringen. Betrachten wir unsere Umwelt aus diesem Blickwinkel, können wir den allgegenwärtigen Dualismus leicht ausmachen. Feuer und Wasser, Frau und Mann sowie Tag uns Nacht sind Beispiele für unsere zweipolige Umwelt.


Aus dieser Perspektive betrachtet wird einem deutlich bewusst, dass ein rein körperliches Training nur eine Seite der Medaille sein kann. Was die Nacht für den Tag ist - das ist der Geist für den Körper. Der typische Trainings-Split mag zwar den Körper mit ausreichend Wachstumsreizen versorgen, den Geist fördert er aber nur bedingt. Dabei gehört unser Gehirn zu den komplexesten Gebilde im Universum. Direkt zwischen unseren Ohren befindet sich ein kleiner Kosmos an Möglichkeiten den es zu nutzen gilt. In diesem Artikel möchte ich Euch eine Methode zur Förderung des Geistes vorstellen, die bei der Entwicklung meiner Klienten und mir wahre Wunder bewirkt hat. Denn was die Langhantel für den Körper ist, dass ist die Meditation für den Geist.


Warum meditieren?


Bereits seit hunderten von Jahren bedienen sich Menschen der Meditation. Was als Pfad zur Erleuchtung und Selbstfindung begann, ist heute eine anerkannte Praxis zur Reduzierung von Stress und innerer Anspannung. Unzählige medizinische Studien belegen die Wirksamkeit der Meditation. Besonders ihre regulierende Wirkung auf unseren Hormonhaushalt, sollte für den motivierten Trainierenden von großem Interesse sein. Denn wer engagiert und zielstrebig trainiert, möchte auch das sein Bemühen Früchte trägt. Ein intensives Training, sowie eine ausgewogene Ernährung reichen hierbei oft nicht aus.


Die wenigsten haben das Glück mit ihrer sportlichen Leidenschaft den eigenen Lebensunterhalt verdienen zu können. Beruf, Familie, Freunde und alltägliche Aufgaben fordern Aufmerksamkeit und somit auch unsere Energie. Doch der menschliche Körper ist äußerst komplex und verträgt nur ein gewisses Maß an Stress. Jede Sekunde unseres Lebens finden unzählige Auf/- und Abbauprozesse in uns statt. Der Läufer Anabol überreicht den Staffelstab an den Kollegen Katabol. Für den ambitionierten Trainierenden ist es von entscheidender Bedeutung, dass die anabolen Prozesse in seinem Körper überwiegen. Doch damit dies geschehen kann, müssen wir aktiv zur Erholung unseres Körpers beitragen. Wie wir bereits erfahren haben bilden Körper und Geist eine unzertrennliche Einheit. Damit unser Körper sich erholen kann, müssen wir ihn mit ausreichend Nährstoffen versorgen und ihm Ruhe gönnen. Ebenso wie der Körper, benötigt auch der Geist eine Pause vom Treiben des Alltages. Doch bei all den unzähligen Gedanken die sich täglich in unseren Geist drängen, scheint dies leichter gesagt als getan. Jeder einzelne Denkvorgang verbraucht Energie. Je größer die Anstrengung, desto mehr wird von unseren geistigen Ressourcen aufgebraucht. Besonders Gedanken die negative Emotionen wie Wut oder Angst provozieren, verhalten sich in Hinsicht auf unseren Energiehaushalt wie Blut-durstige Vampire. Umso wichtiger ist es, dem Geist eine Pause von seinem eigenen Geplapper zu verschaffen. Die Meditation ist hierfür eine hervorragende Möglichkeit.


Wie meditieren?


Menschen sind sehr individuell . Somit ist es kaum verwunderlich, dass es eine ganze Palette meditativer Techniken gibt. Leider sind die wenigsten von ihnen zu gebrauchen und hinterlassen oft einen unangenehmen esoterischen Beigeschmack. Zudem verkomplizieren selbst ernannte „Gurus“ eine so wunderbare und einfache Sache wie die Meditation. Wie in der Welt des Kraftsports – werden bewehrte Methoden und Weisheiten immer wieder aufs neue aufgewärmt und in neuem Glanz serviert. Das gelingt allerdings nur bis zu einem gewissen Grad. Wie beim Spiel „stille Post“ distanziert man sich zu sehr vom eigentlichen Grundgedanken. In diesem Artikel stelle ich Euch die in meinen Augen effektivste und einfachste Methode der Meditation vor. Im Laufe der letzten Jahre habe ich viele Techniken ausprobiert. Einige offenbarten sich als sehr wertvoll, andere hingegen blockierten eher – als das sie halfen.


Damit wir uns optimal entspannen können, ist es zunächst einmal wichtig für Ruhe zu sorgen. Alle möglichen Störfaktoren sollten bereits im Vorfeld beseitigten werden. Zudem ist es vorteilhaft in einem Raum, frei von jeglicher Elektronik zu meditieren. Für die nächsten fünfzehn Minuten gibt es weder Handy, Radio, Fernsehen oder sonst ein Medium. Unsere Konzentration sollte einzig und allein auf uns gerichtet sein. Nachdem wir alle möglichen Störungen deaktiviert haben, begeben wir uns in eine entspannte Position. Wichtig hierbei ist, ein gutes Mittelmaß zu finden. Eine zu lockere Position fördert schnell Müdigkeit – wohingegen eine unharmonisch Haltung bereits nach einigen Minuten Schmerzen verursachen kann. Für den Anfang könnt ihr Euch mit dem Rücken flach auf eine Yoga-Matte legen. Die Arme liegen hierbei locker neben dem Körper an. Diese Position ist ein guter Kompromiss und gewährt Euch einen hervorragenden Einstieg in die Meditation


Nachdem wir unsere meditative Haltung eingenommen haben – schließen wir die Augen und beginnen tief in den Unterbauch zu atmen. Nach einiger Zeit beginnen wir unsere Atemzüge zu zählen. Wir atmen ein – eins, wir atmen aus – zwei, wir atmen ein – drei, wir atmen aus - vier...
Das ganze führen wir fort, bis wir bei zehn Atemzügen angekommen sind. Danach beginnen wir wieder bei eins. Eine weitere Methode unseren Atem zu zählen sieht vor, nur das Ausatmen zu zählen. Dies ermöglicht uns die Stille in unserem Geist auszudehnen. So simpel diese beiden Methoden auf den ersten Blick scheinen mögen, desto anspruchsvoller gestaltet es sich in der Praxis. Bereits nach wenigen Atemzügen rütteln die ersten Gedanken an unserer Konzentration. Immer wieder aufs neue müssen wir unseren Fokus auf das hier und jetzt lenken. Mit ausreichend Disziplin und Beharrlichkeit gelingt uns dies immer besser. Um den größtmöglichen Nutzen für uns aus der Meditation zu ziehen, ist es wichtig sich in Geduld zu üben. Denn die Meditation sollte nicht dem Leben einer Ein-Tags-Fliege gleichen, sondern vielmehr als ein fester Bestandteil in Euer Leben integriert werden.


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